Die Geschichte von Schneider und Berger

1897Gründung der Firma

Geschäftshaus Berthelsdorferstraße
Geschäftshaus in der Berthelsdorferstraße

 Richard Schneider, Angestellter der Spritfabrik Stölzner in Freiberg und sein Schwager Max Berger, Angestellter der Spirituosenfabrik Pässler in Freiberg, beschließen eine Firma zu gründen und lassen diese am 12.Juni 1897 im Handelsregister eintragen.

Mit den von der Firma Pässler gekauften technischen Anlagen beginnen sie in der Berthelsdorferstraße Likör zu produzieren. Destillateurmeister Krutzsch stellt nach familieneigenem Rezept Bitterlikör her.

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Destilliermeister Krutzsch

Frau Schneider schlägt den zugkräftigen Namen "Freiberger Magenwürze" vor. Das Rezept, die gewählte Spezialflasche in viereckiger Form und ein grünes Etikett haben Jahrzehnte überdauert!

Die Firmeninhaber gehen im sächsischen Raum auf Werbetouren.

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Zum Kundenbesuch

Die Firma Schneider und Berger gewinnt durch den Fleiß der Mitarbeiter einen guten Namen. Dies führt schließlich zu einer Erweiterung des jungen Unternehmens.

1910 Modernisierung der gesamten Anlage

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1.Destillieranlage mit Direktbefeuerung
 
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Dampfdestillation
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Mischanlage
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Lager I
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Lager III

1912 Erzgebirgsaustellung in Freiberg

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Der Pavillon von Schneider und Berger
Der Pavillon von Schneider und Berger erregt auf der Erzgebirgausstellung allgemeines Aufsehen. Die Erzeugnisse der Firma erhalten in jenen Jahren Gold- und Silbermedaillen und Ehrendiplome. Kronprinz Georg besucht die Ausstellung am 20.6.1912.

1914 Entwicklung während des 1.Weltkriegs

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Laden in Freiberg, Berthelsdorferstraße 8
Nach dem Ausscheiden von Max Berger wird die Firma unter dem alten Namen mit Erfolg weitergeführt.
Ein Spezialladen für Spirituosen und Weine ergänzt ab 1914 die Geschäftstätigkeit. Es wird damit ein Umsatz von 25.000,- Mark erreicht. Kostproben und lose Ware für die Kunden gibt es hier auch.



 

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Erster LKW der Firma
Anlässlich einer Feier wird der erste LKW, den die Firma erworben hat, festlich geschmückt - mit Werbung für die "Magenwürze".

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Angebot- und Musterschrank mit den beliebten Erzeugnissen von Schneider und Berger
Umsatzentwicklung:
1897/98 42.000,00 Mark
1914 240.000,00 Mark

Der Erste Weltkrieg unterbricht die positive Entwicklung der Firma. Langjährige Mitarbeiter werden zur Armee eingezogen, fünf von ihnen fallen im Krieg.
Spritkontingente gibt es im Krieg nur für Heeres-Proviantämter.
Für den Zivilbedarf produziert die Firma alkoholfreie Getränke.
Die in Deutschland gegründete Reichsmonopolverwaltung erlässt einschneidende Maßnahmen in der Spritverarbeitung.
 R. Schneider weicht auf die Herstellung von Essig aus und gliedert vorübergehend sogar eine pharmazeutische Abteilung seiner Firma an.

1923 Schneiders Söhne übernehmen die Firma

1923 beginnen die Söhne vom Inhaber R. Schneider Fritz und Helmut ihre Tätigkeit im Geschäft.

1927Das Unternehmen wird zu einer offenen Handelsgesellschaft

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Elite-LKW
1927 wird das Unternehmen in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt.
Nach Überwindung der Schwierigkeiten in der Inflationszeit beginnt für die Firma Schneider und Berger die Zeit des Aufschwungs.
Mit einem 2,5-Tonnen Elite werden Kundenbelieferungen und Geschäftsfahrten absolviert.




1929 Übernahme der Firma A.G. Hufeland in Dresden

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Laden in der Webergasse 7
Mit der Übernahme der Firma A.G. Hufeland in Dresden werden im Verkaufsladen auf der Webergasse 7 in Dresden ausschließlich Produkte der Firma Schneider & Berger angeboten. Es entsteht das führende Spezialgeschäft in der Landeshauptstadt.
Die Belegschaft erweitert sich auf 28 Mitarbeiter.


1933 Das Gelände auf der Buchstraße 3 wird erworben

Die Firma expandiert weiter. Vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges nimmt die Firma Schneider & Berger auf dem Gebiet der Spirituosenherstellung einen führenden Platz im sächsischen Raum ein.

1939 Ausbruch des 2. Weltkriegs

1939 unterbricht der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die friedliche Entwicklung.
Bomben zerstören in Freiberg die Betriebsräume in der Buchstraße, in Dresden das Ladengeschäft in der Webergasse und die Wohnungen von Richard und Helmut Schneider - die Familien können sich retten.

Firmenmitinhaber Helmut Schneider fällt noch in den letzten Kriegstagen.

Nach Ende des Krieges erteilen der sowjetische Wirtschaftskommandant und der Hauptbuchhalter der Kommandantur den Befehl zur Herstellung von Wodka.

1946 Wiederaufbau

Von 1946 bis 1947 wird das ausgebombte Grundstück Buchstraße wieder neu aufgebaut, es gelingt sogar eine Modernisierung trotz Nachkriegszeit.

1950 Veränderungen

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Etikett "Onkel Otto"
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Etikett "Feuerle"
Nach Kriegsende sind Produkte wie "Onkel Otto" und "Feuerle" beliebte Spirituosen.

Der Absatz der Produkte erfolgt vorwiegend über die volkseigenen Großhandelsgesellschaften.
 
Das Magenwürze-Etikett verändert sich und trägt die Bezeichnung "KG".

1963 Übernahme der Herstellung von Brennspriritus

1963 wird von der Firma "Stölzner Freiberg" die Herstellung und Auslieferung von Brennspiritus und Primasprit übernommen.

1965Aufnahme der staatlichen Beteiligung

1965 kommt es zur Aufnahme der staatlichen Beteiligung. Bei "Schneider und Berger" werden zusätzlich alkoholfreie Getränke hergestellt.

1968Eberhard Schneider wird neuer Produktionsleiter

Im September 1968 tritt Eberhard Schneider als Produktionsleiter in die Firma ein und erreicht unter den schwierigen sozialistischen Bedingungen eine weitere gebäudemäßige Vergrößerung des Betriebes.

Die Firma spezialisiert sich auf die Herstellung von "Freiberger Magenwürze" und "Freiberger Grünbitter".

1972Enteignung seitens des Staats

Im April 1972 enteignet der sozialistische Staat die Firma!

1973Das AUS für die Magenwürze!

1973 erfolgt auf Anordnung des Wirtschaftsrates Karl-Marx-Stadt die Einstellung der Spirituosenproduktion - das Aus für die Magenwürze!

1979Anbindung an das VEB Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt

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VEB Getränkekombinat
1979 erfolgt die Angliederung an das VEB Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt.
 
1979 bis 1989 wird in der Firma als Betriebsteil der Brauerei Limonade hergestellt.
Eberhard Schneider arbeitet im VEB Brauhaus Freiberg als Technischer Leiter.

1990Ein neuer Anfang: die Reprivatisierung

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Prüfung der Gewürze durch Destillateurmeister Herr Fischer und Herr Rippert, Herr E. Schneider
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Vakuumfüller
Im April 1990 erfolgt durch E. Schneider die Reprivatisierung der Firma, die wieder in Freiberg als Getränkehersteller unter dem Namen "Schneider & Berger" tätig wird.


Bis 1991 werden noch Getränke hergestellt.





Der berühmte Likör "Freiberger Magenwürze" wird wiederbelebt in gemeinsamer Arbeit mit der Firma Friedrich Schwarze in Oelde.
Dort wird das Produkt nach alter Rezeptur produziert und von Schneider und Berger in Sachsen und darüber hinaus verkauft.
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Unser Original!



Ab 10. Dezember 1990 ist die altbewährte Magenwürze wieder auf dem Freiberger Markt.

- altes Etikett-
- grüne eckige Flasche-
- altbewährte Qualität-

1991 Einstieg in den Getränkefachgroßhandel

1991 wird die Limonadenproduktion eingestellt.
Das Unternehmen wird Gesellschafter der GEVA - einer Kooperation der Getränkefachgroßhändler Deutschlands.
Bald sind die Räume in der Berthelsdorfer Straße und der Ehernen Schlange nicht mehr den Anforderungen gewachsen und es wird das Gelände der ehemaligen Rinderzuchtanlage Zug erworben.

1994Kompletter Neubau

Seit 4. Juni 1994 wird der komplette Neubau benutzt.

2008 Schneider und Berger - ein erfolgreiches Familienunternehmen

Die Firma beschäftigt heute 50 Mitarbeiter und bildet jedes Jahr einen Lehrling aus.
3 Außendienstmitarbeiter betreuen einen Kundenkreis im Umfeld von 40 km.
Seit kurzer Zeit ist die 4. Generation im Unternehmen tätig.